Die Baureihe 140 in der Bundesbahnzeit
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 24.03.2017

Vor einiger Zeit habe ich ja hier im HiFo bekannt gegeben, dass ich mich auf meiner Seite jetzt auch der Bauartunterschiede bei der Baureihe E40 angenommen habe. Dafür hatte ich mein umfangreiches Fotoarchiv mit Hunderten von Bildern dieser Baureihe rauf und runter nach geeigneten Aufnahmen durchforstet und viele, viele Bilder gescannt. Dabei sind mir naturgemäß auch solche untergekommen, die zwar für den eingangs genannten Verwendungszweck nicht brauchbar waren, aber dafür sehr schön den Betriebs-Alltag dieser Maschinen bei der DB dokumentieren. Da lag es nahe, daraus eine eigenständige Galerie zu machen. Diese ist jetzt fertiggestellt und unter dem Titel "E40 – Eine Lok für alle Fälle" abrufbar.

Bei der Zusammenstellung der neuen Galerie habe ich Wert darauf gelegt zu dokumentieren, dass die 140 als Universallok wirklich alle Züge fahren konnte, vom Schnellzug bis zum Güterzug, vom S-Bahn ähnlichen Vorortverkehr bis zum 4000t Erzzug. Und das im Plandienst und nicht etwa nur als kurzfristige Notlösung. Mehr als 60 Jahre war die Baureihe 140 bei der DB und DBAG im Einsatz, und hat sich in dieser Zeit als robustes und zuverlässiges Arbeitstier bewährt. Wie üblich beschränke ich mich in meiner Galerie aber auf die Bundesbahnzeit, also die 70er, 80er und frühen 90er Jahre. Dementsprechend dominiert die Farbe grün, neben blau/beige und ganz vereinzelt auch schon orientrot.

Nach so viel Ankündigung möchte ich aber auch hier noch ein paar Bilder zeigen, wobei ich wie auf meiner Seite chronologisch vorgehe.

Bild 01 01
Da ist zuerst die Osnabrücker 140 694 mit dem P7558 in Essen-Frillendorf am 25.08.76. Eine Aufnahme, die mir als Ärgernis im Gedächtnis geblieben ist, denn eigentlich hatte ich vor diesem Zug eine 104 erwartet.

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Hauptbeschäftigungsfeld der 140 war natürlich der Güterverkehr, wo in der guten alten Bundesbahnzeit die Hauptlast mit eben dieser Baureihe bewältigt wurde. Die Seelzer 140 029 hatte wahrscheinlich schon eine lange Fahrt hinter sich, als sie mir am 25.09.76 in Langweid vor die Flinte kam. Ein paar mickrige Container hinter der Lok sind die ersten Vorboten einer neuen Zeit, die zu einem dramatischen Wandel der Transportlogistik führen sollte.

Bild 03 03
Und schon wieder eine 140 im Reisezugdienst. Auch hier war es ein Zug aus Münster, der P7530, der am 30.01.77 mit 140 274 (Bw Dortmund Bbf ) an der Spitze bei der Einfahrt in den Essener Hbf abgelichtet wurde. Die 274 war übrigens eine Maschine mit vorgesetzter Verschleißpufferbohle ohne AK-Vorbereitung, auch wenn das erst auf den zweiten Blick auffällt.

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Noch ganz im Lieferzustand präsentierte sich die Nürnberger 140 839 am 01.06.78. Mit dem E3452 nach Nürnberg durchkreuzt sie gerade das Waldgebiet zwischen Endorf (Laaber) und Beratzhausen, wo es viele interessante Fotostellen gab.

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Mit den landschaftlichen Reizen der Oberpfalz kann das Ruhrgebiet zwar nicht mithalten, aber dafür gibt’s hier interessanten Güterverkehr en masse. Obwohl, so wirklich spektakulär war der leere Flachwagenzug hinter 140 826 (Obh) auch nicht, mit dem sie am 26.02.80 vorbei am Übergabebahnhof Essen-Frintrop in Richtung Oberhausen brummte. Aber die besseren Aufnahmen sind ja auch auf meiner neuen Seite ;-))

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Als ich 140 677 (Off) am 05.06.80 bei Rottendorf fotografierte, war die Strecke noch zweigleisig. Beim dreigleisigen Ausbau der Strecke bis Würzburg wurde hier alles "auf den Kopf gestellt".

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Noch viel gravierender war die vollständige Umgestaltung des Bahngeländes am Nordrand der Essener Innenstadt. Der große, vielgleise Rangierbahnhof Essen Nord und der daneben liegende Güterbahnhof wurden komplett zurückgebaut. Stattdessen gibt es jetzt einen Rad-Schnellweg und ein neu bebautes, stadtnahes Wohnviertel zwischen Uni und Innenstadt.
Als die Osterfelder 140 298 am 22.06.81 bei der Fahrt durch den Rbf Essen Nord "mitgenommen" wurde, war die Eisenbahn-Welt dort noch in Ordnung.

Bild 08 08
Mit orientrot haben wir jetzt ein Farbschema übersprungen, aber das liegt an der chronologischen Anordnung der Bilder.
Am 26.10.89 nutzte ich eine Dienstreise nach München dazu, in der verbleibenden Restzeit bis zum Heimflug noch ein paar Aufnahmen in Kirchseeon zu machen. U.a. kam dort die direkt von grün in orientrot umlackierte Münchener 140 062 vorbei, noch in der Anfangsausführung mit silbernen Lüftungsgittern und richtigem DB-Logo.

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So, jetzt ist aber auch ozeanblau/beige an der Reihe. In Porz-Lind, an der Strecke zwischen Gremberg und Troisdorf, herrschte am 17.03.90 DB-Alltag: Ein Güterzug nach dem anderen, (fast) alle gemischt, (fast) alle mit 140 – boah, wie langweilig ;-)) Die Deutzerfelder 140 583 wurde aber trotzdem aufgenommen.

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Weiter geht’s mit blau/beige in Hohenbudberg am Abzweig Mühlenberg, wo am 05.02.91 die 140 421 vom Bw Dortmund Bbf mit einem Kohlezug aus Moers aufgenommen wurde.

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Am nordöstlichen Rand des Reviers in Waltrop an der Hamm – Osterfelder Bahn gab sich am 14.03.91 mit 140 569 eine weitere Dortmunder Maschine mit einem Kalkzug die Ehre.

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Nach so vielen blau/beigen 140ern wieder ein paar grüne. Nein, eine Doppeltraktion ist das nicht, noch nicht einmal Vorspann. 140 590 (KDfd) führt einfach nur die abgebügelte 140 259 als Wagenlok mit. Wanne-Röhlinghausen, 31.08.91. Der Zug ist wahrlich nicht von schlechten Eltern und auch der Ruhrgebiets-typische Hochspannungsmast fehlt nicht. Aber muss es denn gleich so ein Turbo-Mast sein? Heute stört mich das doch sehr.

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Gut 200m weiter in Richtung Gelsenkirchen kurze Zeit später 140 851 (DoB) mit einem weiteren Gemischten. Der Turbo-Mast hinter der Brücke der Erzbahn-Trasse über die Köln-Mindener erscheint aus dieser Perspektive schon nicht mehr ganz so Turbo ;-))
Immer noch Wanne-Röhlinghausen am 31.08.91.

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Zu guter Letzt noch einmal eine orientrote 140, und zwar 140 139 (KDfd), bei einem weiteren Besuch in Porz-Lind am 18.06.94. Eigentlich liegt das Datum ja schon außerhalb des definierten Zeitrahmens, aber die Lok trägt auch zwei Monate nach Einführung des tuberkulösen DBAG-Mager-Keks immer noch das schöne alte DB-Logo (nach Professor Weidemann das Logo mit den 28 Rundungen, die angeblich Männer so anmachen – siehe Spiegel Artikel vom 28.03.94).

So, damit genug der Vorschau. Wem die 140er nicht jetzt schon zum Hals raushängen, kann sich auf meiner Seite noch 70 weitere Streckenaufnahmen anschauen. Dabei empfehle ich, nicht nur die Loks, sondern auch die (Güter-)Wagen und Zuggarnituren zu beachten, die einem heute teilweise wie aus einer anderen Welt erscheinen.
Abschließend noch einmal der Direktlink: E40 – Eine Lok für alle Fälle.

Ich denke, man sieht sich. Und einen schönen Tag noch,
Ulrich B.