Nachdem nun die "Ottbergen Festwochen" zu 50 Jahre Dampf-Aus im Weserbergland vorbei sind, kann ich jetzt auch diesen Beitrag bringen, der vor dem 30.05. womöglich als Provokation (miss-)verstanden worden wäre. Aber bei der Jagd auf die Königin der Mittelgebirge wurde selbstverständlich auch der Diesel-Kram fotografiert, wenn es sich gerade anbot. Und da herrschte eindeutig eine größere Baureihenvielfalt als bei den Dampfern. Vor die Kamera kamen mir so: 212, 216, 220, 236, 323/24, 515, 712 und 795. Die Triebwagen 613, 614, 624/34 und 798 waren 1976 leider noch nicht im Weserbergland vertreten.

Los geht’s mit der Baureihe 212.

Bild 01 

Kurz vor der abendlichen Lz, mit die Zuglok des 53842 nach Ottbergen zurückkehrte, gab es einen von mir mehrfach abgelichteten Ng mit 212 Richtung Ottbergen, für den sich lichtmäßig eigentlich nur die Kurve vor dem BÜ in Hembsen als Fotostelle anbot. Am 06.05.76 gab sich 212 003-8 mit diesem Zug die Ehre. Reizvoll (für mich) die niedrige Betriebsnummer, handelte es sich doch hier um die zweite Serienlok der Baureihe V100.20 bzw. 212.

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Bild 02 

Unverkennbar ein "Notschuss" an einer Stelle, wo ich mich eigentlich für den nächsten Dampfzug aus der Gegenrichtung aufgebaut hatte:
212 080-6 mit E3506 in Amelunxen am 22.02.76. Und wie man sieht, wurden selbst blau/beige Fahrzeuge nicht verschmäht.

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Bild 03 

Und schließlich wieder eine rote 212, dieses Mal 212 315-6; wie alle gezeigten 212 vom Bw Göttingen, mit dem E3737 bei Herste am 07.05.76.
So stell' ich mir "blühende Landschaften" vor.

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Bild 04 

Genau dieselbe Stelle wie bei Bild 1, nur jetzt von der anderen Seite der Strecke und Blickrichtung 180 Grad gedreht:
216 065-3 mit E2740 bei Hembsen am 15.05.76.

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Bild 05 

Als erste Lok ihrer Baureihe fiel 216 071-1 anlässlich einer U3.9 im AW Bremen in den blau/beigen Farbtopf. Dabei wurde das Dach abweichend von der späteren Ausführung blau lackiert.
Davon war gut 15 Monate später kaum noch etwas zu sehen, als sie mir am 07.05.76 bei Riesel vor dem E2640 begegnete.

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Bild 06 

Eine bemerkenswerte Leistung im Kasseler 216-Umlauf war der E2642 (Braunschweig – Aachen via Kreiensen), den die 216 bis Hagen (Westf.) am Haken hatte und dabei die kurz vor der Stilllegung stehende Strecke zwischen Holzminden und Scherfede über Wehrden befuhr.
Als mir diesen Zug am 08.05.76 bei Stadtoldendorf mit 216 207-1 an der Spitze eher zufällig vor die Kamera fuhr, war mir diese Besonderheit nicht bekannt. Mir fiel nur auf, dass eine Kasseler 216 im Braunschweiger Revier unterwegs war.

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Bild 07 

Und nun zur Grande Dame der DB Dieseltraktion: 220 059-0 (Bwg) verlässt am 05.05.76 mit dem E3658 den Bahnhof Ottbergen.
Danach war der Blick frei auf die Gleise des Rbfs und den bekannten Dg53842, der ab hier regelmäßig Vorspann bis Altenbeken erhielt – siehe Galerie Ottbergen und die Königin der Mittelgebirge, Bild 20.

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Bild 08 

Der Gegenzug E3657, gezogen von 220 066-5, kreuzte am 08.05.76 bei Istrup durchs Weserbergland.

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Bild 09 

Der Mittags-Eilzug E2640 von Braunschweig nach Aachen, Ottbergen ab 12:09 Uhr, lag in der Kurve bei Hembsen optimal im Licht. Am 15.05.76 kam hier 220 069-9 auf den Film. Damals bedauerte ich sehr, dass es um diese Zeit keinen passenden Güterzug mit 44 Richtung Altenbeken gab. Doch heute ist mir eine V200 hier ebenso lieb wie ein Jumbo.

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Bild 10 

In Holzminden waren stets zwei bis drei Wehrmachtsdiesel der Baureihe V36/236 beheimatet. So zum Beispiel auch 236 215-0, aufgenommen am 17.01.76 im letzten Abendlicht in Holzminden.

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Bild 11 

Dieselbe Lok am 07.05.76 unter dem schönen Reiterstellwerk Hwf in Holzminden beim Rangieren.
Die schwarze "Verzierung" der Wand über dem Gleis stammt sicher nicht von der 236 ;-))

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Bild 12 

Die Säcke-Köf 324 018 entstand in 9/69 durch Umbau aus 321 218-0 (ex Kö 4587). Ottbergen, 06.05.76.

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Bild 13 

Fabrikneu erhielt Holzminden im November 1974 mit 333 164-2 eine Kleinlok der neuesten Bauart. Nachdem mir diese Maschine schon bei der Abnahme im AW Bremen begegnet war, traf ich sie nun am 06.05.76 in Ottbergen wieder.

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Bild 14 

Ein ETA ist jetzt natürlich kein Diesel-Beifang, gehört aber auch zu den Nicht-Dampf Zügen.
Ich stand in den Fotokurve bei Hembsen (vgl. Bild 9), als die "515 Doppeltraktion", bestehend aus 515 516-3 und 515 517-1 vorbei surrte. Als Zugnummer wurde 6908 notiert; 15.05.76.
Eine Zugbildung mit zwei Triebwagen ohne Steuerwagen war im Weserbergland wegen der dortigen Steigungsstrecken nicht selten.

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Bild 15 

Ein interessanter Gast in Ottbergen: Der Tunnelmeßwagen 712 001-7 (ex Kar 6210, ex VT38 002) wartet am 15.05.76 auf seinen nächsten Einsatz in einem der zahlreichen Tunnel im Weserbergland.
Zunächst die Ansicht von vorn mit der charakteristischen Form der Altbau-VT.

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Bild 16 

Selbstverständlich wurde auch das hintere Ende des Triebwagens fotografiert, wo man die Messeinrichtung mit den eingeklappten Fühlern genauer studieren kann.

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Bild 17 

Einer der ersten Serien-VT95 war 795 122-1. der hier am 06.05.76 zusammen mit dem Beiwagen 995 098-1 gerade als 5984 von Beverungen in Ottbergen eingetroffen war.

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Bild 18 

Eher selten waren aus 795/995 gebildete Doppeleinheiten, da nur wenige Triebwagen über die sog. Kleinsteuerung für Mehrfachtraktion verfügten. Am frühen Morgen des 15.05.76 hatte eine solche Doppeleinheit als 6905 nach Karlshafen soeben die Weserbrücke bei Wehrden überquert. Die einzelnen Fahrzeugnummern wurden leider nicht erkannt.



Die letzten drei Bilder sind kein Diesel-Beifang bei den Dampftouren ins Weserbergland, sondern entstanden bei einem Ausflug am 10.05.80 zum Künstler- und Töpferdorf Fredelsloh, bei dem auch ein paar Eisenbahnaufnahmen abfielen.

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Bild 19 

Die Fahrt wurde zeitlich so abgestimmt, dass wir "zufällig" genau passend in Meinbrexen waren, als dort der E3657 nach Walkenried mit 216 067-9 an der Spitze vorbeirauschte.

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Bild 20 

Mein eigentliches Ziel war allerdings der um diese Zeit zu erwartende Dg 53842 aus Herzberg, jetzt natürlich mit Diesel und das sogar in Dreifachtraktion mit 212 067-3 + 216 159-4 + 216 164-4.
Heute bin ich mir allerdings nicht sicher, ob es sich tatsächlich im betrieblich/technischen Sinne um eine Dreifachtraktion handelte oder nicht eher um Vorspann 212 vor Doppeltraktion 216. Denn die Möglichkeit zur Überwachung der wichtigsten Betriebsdaten (Motor, Bremse) von zwei weiteren Loks besteht bei der führenden 212 nicht. Und grundsätzlich war damals eine Bespannung mit drei Loks nur mit Sondergenehmigung möglich; erstmals erteilt für die 5600t Erzzügen von Nordenham nach Bremen.

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Bild 21 

Der Weg führte weiter über Karlshafen und Bollensen, wo noch ein ETA abgepasst wurde. Fast schon überraschend die Zugbildung aus 815+515, wo doch hier meist 515+515 die Regel war. Deshalb in diesem Fall auch nur ein Nachschuss auf 515 569-2, der den 815 715- vor sich her die Steigung hinauf schiebt. Als Zugnummer wurde 6917 notiert.



Soweit mein kleiner Exkurs über den nicht-Dampf Betrieb in Ottbergen und umzu. Ich hoffe, man sieht’s mir nach.

Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.

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